Das Wichtigste in Kürze
- Microsoft Intune ist ein Cloud-Dienst, mit dem Sie alle Firmen-iPads, Smartphones und Laptops zentral verwalten und schützen – ohne eigenen Server.
- Geht ein iPad auf der Baustelle verloren, können Sie es per Klick sperren, eine Rückrufnummer anzeigen und Firmendaten aus der Ferne löschen.
- Drei Lösch-Stufen: nur App-Daten, nur Firmendaten („Zurückziehen“) oder das komplette Gerät („Zurücksetzen“).
- Private Handys von Mitarbeitenden lassen sich schützen, ohne an Fotos oder private Apps zu kommen – Firmen- und Privatbereich bleiben getrennt.
- Intune ist in Microsoft 365 Business Premium bereits enthalten – ideal für kleine und mittlere Betriebe.
- CodeKlar richtet Intune passend für Ihren Betrieb ein, damit neue Geräte künftig fertig eingerichtet aus der Verpackung kommen.
Freitag, 16 Uhr: Das iPad liegt noch im Rohbau
Kennen Sie das? Der Arbeitstag auf der Baustelle ist vorbei, das Team packt zusammen – und erst auf dem Heimweg merkt der Monteur: Das Firmen-iPad liegt noch auf der Fensterbank im zweiten Stock. Darauf: Aufmaße, Fotos, Angebote, E-Mails und die Kontaktdaten Ihrer Kunden. Die Baustelle ist offen, am Wochenende kommen andere Gewerke und vielleicht auch Unbefugte.
Früher hieß das: hinfahren, suchen, hoffen. Mit Microsoft Intune sieht die Sache ganz anders aus. In diesem Beitrag erklären wir ohne Fachchinesisch, was Intune ist, warum es gerade für das Handwerk so gut passt und wie Sie in genau so einer Situation in wenigen Minuten reagieren – egal, ob Ihr Betrieb drei oder dreihundert Mitarbeitende hat.
Was ist Microsoft Intune? Einfach erklärt
Stellen Sie sich Intune wie den Werkzeugschrank mit Schlüsselbrett in Ihrer Werkstatt vor – nur digital. Jedes Firmengerät hat dort seinen festen Platz: Sie sehen auf einen Blick, welches iPad, Smartphone oder Notebook welchem Mitarbeitenden gehört, ob es auf dem aktuellen Stand ist und ob es richtig abgesichert ist.
Etwas technischer: Microsoft beschreibt Intune als cloudbasierten Dienst zur Verwaltung von Endgeräten (also Geräten wie Tablets, Handys und Laptops) und Apps. Er läuft komplett in der Microsoft-Cloud – Sie brauchen keinen eigenen Server im Büro. Intune unterstützt unter anderem iPhone und iPad, Android, Windows und macOS.
Dabei kennt Intune zwei Arbeitsweisen, die Sie einzeln oder zusammen nutzen können:
- Geräteverwaltung (MDM): Das ganze Gerät wird vom Betrieb verwaltet – typisch für Firmen-iPads und Diensthandys.
- App-Verwaltung (MAM): Nur die Arbeits-Apps und ihre Daten werden geschützt – typisch für private Handys, auf denen Mitarbeitende auch dienstliche E-Mails lesen.
Warum Intune für Handwerksbetriebe die richtige Wahl ist
Im Handwerk sind Geräte nicht im klimatisierten Büro, sondern mitten im Geschehen: im Transporter, auf dem Gerüst, im Keller beim Kunden. Sie werden geteilt, vergessen, fallen herunter oder wechseln die Hand, wenn jemand den Betrieb verlässt. Genau dafür ist Intune gemacht:
- Kein IT-Wissen auf der Baustelle nötig: Einstellungen, WLAN, E-Mail und Apps kommen automatisch aufs Gerät. Der Mitarbeitende schaltet das iPad ein – und kann loslegen.
- Schnelle Hilfe bei Verlust oder Diebstahl: Sperren, orten und löschen geht aus der Ferne – vom Büro aus oder sogar vom Smartphone des Chefs.
- Kundendaten bleiben geschützt: Feste Sicherheitsregeln wie Code-Sperre und aktuelle Updates gelten automatisch für alle Geräte.
- Passt zu jeder Betriebsgröße: Ob fünf iPads oder 150 Geräte – der Aufwand wächst kaum mit, weil Regeln einmal festgelegt und dann für alle angewendet werden.
- Ein Anbieter, eine Anmeldung: Intune arbeitet eng mit Microsoft 365 zusammen. Wer Outlook, Teams und OneDrive nutzt, hat alles unter einem Dach.
Wie das in Ihrem Betrieb konkret aussehen kann, zeigen wir auf unserer Seite Intune & Autopilot.
Der Ernstfall: iPad verloren – so reagieren Sie mit Intune
Zurück zu unserem Monteur und dem vergessenen iPad. Mit Intune läuft der Ernstfall in vier einfachen Schritten ab:

Abbildung 1: iPad auf der Baustelle vergessen – mit Intune reagieren Sie in vier Schritten, ohne hinzufahren.
Schritt 1: Verlust sofort melden
Das Wichtigste passiert nicht in der Technik, sondern im Kopf: Machen Sie im Team klar, dass ein verlorenes Gerät sofort gemeldet wird – ohne Ärger, ohne Schuldzuweisung. Jede Stunde zählt.
Schritt 2: Gerät sperren mit dem Modus „Verloren“
Für Firmen-iPads gibt es in Intune den Modus „Verloren“. Damit wird das Gerät komplett gesperrt, und auf dem Sperrbildschirm erscheint eine Nachricht mit einer Telefonnummer – zum Beispiel: „Dieses iPad gehört der Schreinerei Müller. Bitte rufen Sie 0123 456789 an.“ Ein ehrlicher Finder kann sich also direkt melden, ein unehrlicher kommt nicht an die Daten.
Schritt 3: Gerät orten
Ist der Modus „Verloren“ aktiv, können Sie sich im Intune Admin Center (der Verwaltungsoberfläche im Browser) den Standort des Geräts anzeigen lassen. So wissen Sie, ob das iPad noch auf der Baustelle liegt – oder schon unterwegs ist.
Wichtig: Diese beiden Funktionen setzen voraus, dass das iPad als „betreutes“ Firmengerät eingerichtet ist. Das klingt kompliziert, ist aber mit der richtigen Einrichtung (dazu gleich mehr) ganz automatisch der Fall.
Schritt 4: Firmendaten löschen
Taucht das Gerät nicht wieder auf, löschen Sie die Daten aus der Ferne. Die Aktion wird ausgeführt, sobald sich das Gerät das nächste Mal mit dem Internet verbindet. Dafür bietet Intune drei unterschiedlich starke Stufen – vom feinen Schraubenzieher bis zum Vorschlaghammer.
Kostenfreie Erstberatung!Drei Wege, Firmendaten aus der Ferne zu löschen

Abbildung 2: Je nach Situation wählen Sie, wie gründlich gelöscht wird.
- App-Daten löschen („selektives Löschen“): Es werden nur die Firmendaten aus geschützten Apps wie Outlook, Teams oder OneDrive entfernt. Alles Private bleibt. Die Löschung greift, sobald die App das nächste Mal geöffnet wird, und kann bis zu 30 Minuten dauern.
- Zurückziehen („Retire“): Intune entfernt Firmen-Apps samt Daten, E-Mail-Postfächer, WLAN- und VPN-Zugänge, Zertifikate und die Verwaltung selbst. Persönliche Daten und private Apps bleiben erhalten. Ideal, wenn ein Mitarbeitender den Betrieb verlässt und sein eigenes Gerät behält.
- Zurücksetzen („Wipe“): Das Gerät wird komplett auf Werkseinstellungen zurückgesetzt – alle Daten sind weg. Das ist die richtige Wahl beim verlorenen oder gestohlenen Firmen-iPad.
Private Handys? Firmendaten und Privates sauber trennen
In vielen Handwerksbetrieben lesen Mitarbeitende ihre dienstlichen E-Mails oder Teams-Nachrichten auf dem eigenen Smartphone. Fachleute nennen das „BYOD“ (Bring Your Own Device – also „bring dein eigenes Gerät mit“). Verständlich, dass niemand möchte, dass der Chef auf seine Urlaubsfotos zugreifen kann.
Die Lösung sind sogenannte App-Schutzrichtlinien. Sie funktionieren laut Microsoft auch ohne, dass das private Handy beim Betrieb angemeldet wird. Sie legen zum Beispiel fest, dass Outlook nur mit PIN oder Fingerabdruck öffnet, dass Firmendaten nicht in private Apps kopiert und nicht in privaten Speichern abgelegt werden dürfen.

Abbildung 3: Ein Gerät, zwei Bereiche – der Betrieb schützt nur den Arbeitsteil.
Geht das private Handy verloren oder verlässt der Mitarbeitende den Betrieb, löschen Sie gezielt nur die Firmendaten. Fotos, Kontakte und private Apps bleiben unberührt. Das schafft Vertrauen im Team – und Sicherheit für Ihre Kundendaten.
Kostenfreie Erstberatung!Neue iPads: fertig eingerichtet aus der Verpackung
Damit alles oben Beschriebene reibungslos klappt, lohnt sich die automatische Geräteregistrierung von Apple (ADE) zusammen mit dem Apple Business Manager. Klingt sperrig, bedeutet aber im Alltag: Sie kaufen ein neues iPad über einen teilnehmenden Händler, der Mitarbeitende schaltet es ein – und das Gerät meldet sich von selbst bei Intune an, bekommt alle Apps und Einstellungen und ist sofort einsatzbereit.
Der große Vorteil für den Ernstfall: So registrierte Geräte laufen im betreuten Modus. Die Verwaltung lässt sich vom Nutzer nicht einfach entfernen, und Funktionen wie der Modus „Verloren“ stehen zur Verfügung. Ein Dieb kann das Gerät also nicht einfach „befreien“.
Datenschutz: Warum schnelles Handeln zählt
Auf einem Baustellen-iPad liegen fast immer personenbezogene Daten: Namen, Adressen, Telefonnummern, Fotos von Wohnungen. Geht so ein Gerät verloren, kann das nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eine Datenschutzverletzung sein. Besteht ein Risiko für die Betroffenen, muss sie in der Regel innerhalb von 72 Stunden der zuständigen Aufsichtsbehörde gemeldet werden (Art. 33 DSGVO).
Wer sein Gerät sofort sperren und löschen kann und das auch nachweisen kann, ist hier deutlich besser aufgestellt. Ob im Einzelfall eine Meldung nötig ist, klären Sie bitte mit Ihrem Datenschutzbeauftragten – dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Mehr zu Sicherheitsregeln rund um Microsoft 365 finden Sie unter Microsoft 365 Security & Compliance.
Was kostet Intune – und brauche ich das als kleiner Betrieb?
Die gute Nachricht: Intune ist in Microsoft 365 Business Premium bereits enthalten – inklusive Geräteverwaltung, App-Schutz und Löschen aus der Ferne. Viele Betriebe zahlen also schon für die passende Lizenz oder können mit überschaubarem Aufpreis umsteigen. Ein kurzer Blick in Ihre aktuellen Microsoft-Lizenzen lohnt sich.
Und ja: Gerade kleine Betriebe profitieren. Hier gibt es meist keine eigene IT-Abteilung, und ein einziges verlorenes Gerät mit Kundendaten kann schnell teuer und unangenehm werden. Intune nimmt Ihnen die Routinearbeit ab – Updates, Einstellungen, Sicherheitsregeln – und Sie behalten trotzdem den Überblick.
Kein eigenes IT-Personal? Dann übernehmen wir den laufenden Betrieb gern für Sie – mit unseren Managed Services.
Kostenfreie Erstberatung!Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich ein verlorenes iPad mit Intune aus der Ferne löschen?
Ja. Im Intune Admin Center wählen Sie das Gerät aus und starten „Zurücksetzen“ (komplett löschen) oder „Zurückziehen“ (nur Firmendaten entfernen). Die Aktion wird ausgeführt, sobald das Gerät wieder online ist.
Sieht mein Chef mit Intune meine privaten Fotos und Nachrichten?
Nein. Bei privaten Geräten mit App-Schutzrichtlinien kümmert sich Intune nur um die Arbeits-Apps und deren Daten. Private Inhalte werden weder eingesehen noch gelöscht.
Lohnt sich Intune auch für einen kleinen Handwerksbetrieb?
Ja. Intune ist in Microsoft 365 Business Premium enthalten, braucht keinen eigenen Server und spart gerade dort Zeit, wo es keine IT-Abteilung gibt.
Fazit
Geräte gehen im Handwerk verloren – das lässt sich nicht verhindern. Was Sie verhindern können, ist, dass dabei Kundendaten in falsche Hände geraten. Mit Microsoft Intune sperren, orten und löschen Sie Firmen-iPads und Diensthandys aus der Ferne, trennen Privates sauber von Dienstlichem und richten neue Geräte fast von allein ein. Das macht Intune für Handwerksbetriebe jeder Größe zur richtigen Wahl.
Kostenfreie Erstberatung!Sie möchten wissen, wie das für Ihren Betrieb aussieht? Mehr erfahren bei Intune & Autopilot von CodeKlar – oder direkt ein kostenloses Erstgespräch vereinbaren. Wir übersetzen die Technik in klare Entscheidungen.

